Technik

Gehirnjogging-App für Senioren: Worauf es wirklich ankommt

Gehirnjogging-App für Senioren: woran Sie eine gute Gedächtnistraining-App erkennen, warum Werbung und Zeitdruck stören und wie Sie iPhone oder iPad einrichten.

SilverMind-Team

Gesundheit & Wohlbefinden

5 Min. Lesezeit
Illustration: ein Tablet mit großen Buchstaben- und Zahlenkacheln und einem Zahnrad für Einstellungen

Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenden Sie sich für Diagnose, Behandlung und medizinische Fragen immer an qualifizierte Fachleute. Wenn Sie sich wegen nachlassender geistiger Fähigkeiten oder Demenz sorgen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Eine Gehirnjogging-App für Senioren kann eine schöne Gewohnheit sein: ein paar Minuten Rätseln beim Morgenkaffee, auf dem Sofa oder im Wartezimmer. Doch im App Store gibt es unzählige Angebote, und längst nicht alle sind für ältere Menschen gemacht. Dieser Beitrag zeigt, woran Sie eine gute Gedächtnistraining-App erkennen und wie Sie iPhone oder iPad so einrichten, dass die Bedienung leichtfällt.

Was eine App leisten kann

Zuerst eine ehrliche Einordnung. Wer regelmäßig übt, wird in den geübten Aufgaben meist besser. Ob das auch im Alltag spürbar wird, etwa beim Merken von Terminen, ist nicht eindeutig belegt. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt die Belege für kognitives Training in ihren Leitlinien zur Verringerung des Risikos für kognitiven Abbau als begrenzt.

Eine App ist also kein Medikament und keine Vorsorge gegen Demenz. Sie kann aber Freude machen, Abwechslung in den Tag bringen und kleine Erfolgserlebnisse schenken. Am besten passt sie in einen bunten Alltag mit Bewegung, gutem Schlaf, Gesprächen und Hobbys.

Gehirnjogging-App für Senioren: Die wichtigsten Kriterien

Gut lesbar

Die Schrift sollte groß und klar sein, mit starkem Kontrast zum Hintergrund. Verschnörkelte Schriften, blasse Farben und kleine Symbole machen das Spielen mühsam, besonders bei nachlassender Sehkraft.

Große Schaltflächen

Tippen fällt leichter, wenn die Schaltflächen groß sind und nicht zu dicht beieinanderliegen. Wer leicht zittrige Hände hat, wird das besonders schätzen.

Einfache Bedienung

Gut ist, wenn auf jedem Bildschirm nur eine Sache passiert und klar ist, was als Nächstes zu tun ist. Verschachtelte Menüs, viele Pop-ups und unklare Symbole schrecken eher ab.

Kein Zeitdruck

Viele Apps arbeiten mit Countdowns und Ranglisten. Was jüngere Menschen anspornt, setzt ältere oft unter Druck. Eine gute Gehirnjogging-App für Senioren lässt Zeit zum Nachdenken.

Passende Schwierigkeit

Die Übungen sollten fordern, aber nicht frustrieren. Ideal ist es, wenn sich die Schwierigkeit an das eigene Niveau anpasst.

Abwechslung

Unterschiedliche Bereiche wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Wörter und Logik sorgen dafür, dass es nicht eintönig wird.

Ehrliche Kosten, wenig Störung

Eine Gehirnjogging-App ohne Werbung ist angenehmer, weil keine Anzeigen plötzlich den Bildschirm füllen. Achten Sie im App Store auf den Hinweis „In-App-Käufe“ und lesen Sie, was kostenlos ist und was ein Abo kostet. Seriöse Apps erklären das klar und lassen sich jederzeit kündigen. Was bekannte Apps kostenlos bieten, zeigt unser fairer Vergleich kostenloser Gehirnjogging-Apps.

Seriöse Versprechen

Seien Sie skeptisch bei Apps, die versprechen, Demenz zu verhindern oder das Gehirn um Jahre zu verjüngen. Solche Aussagen sind nicht belegt.

Kurze Checkliste vor dem Download

FrageGutes Zeichen
Kann ich alles ohne Brille oder mit meiner normalen Brille lesen?Große Schrift, starker Kontrast
Treffe ich die Schaltflächen sicher?Große, gut getrennte Felder
Werde ich gehetzt?Kein Countdown, kein Druck
Stört Werbung?Keine oder kaum Werbung
Weiß ich, was es kostet?Klare Angaben, einfache Kündigung
Macht es mir Freude?Ich möchte morgen wieder spielen

iPhone und iPad für Senioren einrichten

Auch die beste App profitiert von den richtigen Einstellungen. Apple bietet zahlreiche Bedienungshilfen, die Sie in den Einstellungen finden.

  • Größere Schrift: Unter „Bedienungshilfen“ und „Anzeige & Textgröße“ lässt sich die Schrift deutlich vergrößern, auch über das normale Maß hinaus.
  • Fettschrift und mehr Kontrast: Machen Texte und Symbole leichter erkennbar.
  • Zoom: Vergrößert bei Bedarf den ganzen Bildschirm.
  • Inhalte vorlesen: Das Gerät liest markierten Text laut vor.
  • Töne und Mitteilungen: Nur die wirklich wichtigen Mitteilungen zulassen, damit nicht ständig etwas piept.
  • Startbildschirm aufräumen: Wichtige Apps auf die erste Seite, den Rest in einen Ordner.

Wer beim Einrichten Hilfe braucht, kann sich an die Initiative Digitaler Engel wenden, die ältere Menschen beim Umgang mit digitalen Geräten unterstützt. Auch Volkshochschulen und Seniorentreffs bieten oft Tablet-Kurse an. Und natürlich helfen Kinder und Enkel gern, wenn sie gefragt werden.

Tablet-Spiele für Senioren: Einstieg leicht gemacht

Gerade für Menschen, die bisher wenig mit Tablets zu tun hatten, ist der Anfang wichtig:

  1. Gemeinsam starten: Die erste Runde zu zweit spielen, ohne die Bedienung abzunehmen.
  2. Eine einzige App: Lieber mit einer App vertraut werden als mit fünf gleichzeitig.
  3. Einen festen Zeitpunkt finden: Zum Beispiel nach dem Frühstück.
  4. Erfolge sehen: Kleine Serien oder persönliche Bestleistungen motivieren, ohne Wettbewerb mit anderen.
  5. Pausen erlauben: Ein ausgelassener Tag ist kein Problem.

Wenn Sie sich um ein Elternteil kümmern, lesen Sie auch unseren Beitrag Wenn Eltern vergesslich werden. Ideen ganz ohne Bildschirm finden Sie im Beitrag über Gehirnjogging für Senioren.

Ein Beispiel für diese Kriterien

Wir haben SilverMind genau nach diesen Kriterien gestaltet. Die App für iPhone und iPad verwendet die Schrift Atkinson Hyperlegible, die für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen entwickelt wurde, dazu große Schaltflächen, eine Sache pro Bildschirm und keinen Zeitdruck. Jeden Tag stellt sie ein kurzes Training aus drei Übungen zusammen, etwa sechs Minuten lang, aus den Bereichen Gedächtnis, Tempo, Aufmerksamkeit, Wörter und Logik, etwa „Paare finden“, „Rechenblitz“ oder „Wörtersuche“. Die Übungen passen sich dem eigenen Niveau an, Serien und persönliche Bestleistungen zeigen den Fortschritt, und auf Wunsch erinnert die App sanft zur gewünschten Uhrzeit. Eine Auswahl an Übungen ist dauerhaft kostenlos und ohne Werbung. Die Premium-Version schaltet alle Übungen frei, monatlich oder jährlich, beginnt mit einer siebentägigen kostenlosen Testphase und lässt sich jederzeit in den iPhone-Einstellungen kündigen.

Fazit

Eine App muss nicht alles können. Sie sollte vor allem zu der Person passen, die sie benutzt: zu ihren Augen, ihren Händen, ihrem Tempo und ihren Interessen. Wer gern mit Wörtern spielt, braucht andere Übungen als jemand, der lieber rechnet.

Die beste Gehirnjogging-App für Senioren ist die, die gut lesbar ist, nicht drängt und jeden Tag ein wenig Freude macht. Probieren Sie in Ruhe aus, nehmen Sie sich Zeit für die Einstellungen, und sehen Sie die App als eine von vielen schönen Beschäftigungen im Alltag.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine gute Gehirnjogging-App für Senioren?

An großer, gut lesbarer Schrift, großen Schaltflächen, einer einfachen Bedienung und Übungen ohne Zeitdruck. Gut ist außerdem, wenn sich die Schwierigkeit anpasst, keine störende Werbung erscheint und die Kosten klar erklärt werden.

Gibt es Gehirnjogging-Apps kostenlos und ohne Werbung?

Ja, einige Apps bieten einen kostenlosen Teil ohne Werbung an. Lesen Sie vor dem Herunterladen die Beschreibung im App Store und achten Sie auf Hinweise zu In-App-Käufen und Abos.

Verbessert eine Gedächtnistraining-App das Gedächtnis im Alltag?

Das ist nicht eindeutig belegt. Man wird in den geübten Aufgaben meist besser, aber die Übertragung auf den Alltag ist begrenzt. Eine App ist am besten eine angenehme Beschäftigung neben Bewegung, Schlaf, Gesprächen und anderen Hobbys.

iPhone oder iPad: Was ist für Senioren besser?

Das iPad bietet mehr Platz für große Schrift und Schaltflächen und ist deshalb für viele angenehmer. Das iPhone ist dafür immer dabei. Entscheidend ist, mit welchem Gerät die Person sich wohler fühlt.

S

SilverMind-Team

Gesundheit & Wohlbefinden

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